Kinder mit ADHS entwickeln aufgrund der Misserfolge im schulischen und sozialen Bereich (das bedeutet auch: aufgrund einer geringeren psychischen Belastbarkeit und gestörten Fähigkeit zur Konfliktverarbeitung) häufig sogenannte sekundäre Störungen. Das heißt, sie besitzen eine erhöhte Anfälligkeit für zusätzliche psychische Erkrankungen. Diese können natürlich auch als eigenständiges Krankheitsbild auftreten. Infrage kommen beispielsweise:
Vor allem vor einer medikamentösen Behandlung müssen eventuelle Begleiterkrankungen wie zum Beispiel die zuvor genannten Nervenkrankheiten, aber auch andere Erkrankungen sehr sorgfältig ausgeschlossen werden, weil der Therapieansatz jeweils ganz unterschiedlich ist.
Unter Epilepsie werden alle Formen chronischer Gehirnkrämpfe zusammengefasst. Diese lassen sich meist leicht vom ADHS abgrenzen, sollten aber im Zweifelsfall mittels eines EEG (Elektroenzephalogramm oder Hirnstromkurve) im Rahmen der Diagnostik ausgeschlossen werden.
Dr. med. Christa Kappler,
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Dietrich Reinhardt,
ehem. Direktor des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, Universität München
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19.11.2008, aktualisiert am 15.09.2011
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